Mein Weg zur freien Kunst war nicht geradlinig: Sprach- und Literaturstudium, Übersetzung und Grafikdesign haben meinen beruflichen Weg ebenso geprägt wie die Malerei, die schließlich immer mehr Raum einnahm.
Mich interessiert an der Malerei vor allem das, was sich nicht planen lässt. Wenn ich ein Bild beginne, weiß ich nicht, wie es am Ende aussehen wird. Meist gibt es keine konkrete Bildidee, der ich folge. Ich setze Farbe, eine Linie oder ein Material – und schaue, was geschieht. Darauf reagiere ich, übermale, verwerfe, lege wieder frei und beginne manchmal ganz von Neuem.
Gerade dieses Wechselspiel zwischen Intuition und bewusster Entscheidung fasziniert mich. Persönliche Erfahrungen und Stimmungen finden dabei ihren Weg in meine Arbeit – meist nicht bewusst, sondern während des Malens. Sprache, Literatur und Musik gehören zu meinem Leben und kommen häufig erst später ins Spiel, etwa wenn ein Titel entsteht und eine weitere Assoziation eröffnet.
Ein Bild ist für mich dann gelungen, wenn es Raum für unterschiedliche Sichtweisen lässt. Ich möchte nicht festlegen, was jemand darin sehen oder empfinden soll. Was ein Bild auslöst, darf für jeden Menschen etwas anderes sein – und sich vielleicht sogar mit der Zeit verändern.
Wenn eines meiner Bilder mein Atelier verlässt und Teil eines neuen Zuhauses wird, beginnt für mich ein neuer Abschnitt seiner Geschichte. Es wird Teil eines anderen Raumes, eines anderen Alltags und einer anderen persönlichen Wahrnehmung.
