Über mich | Künstlerische Position

Meine abstrakten Arbeiten entstehen ohne festgelegte Bildidee. Am Anfang stehen Farbe, Material, eine Linie, eine Spur oder eine erste Setzung – und die Bereitschaft, nicht zu wissen, wohin sie führen wird.

Ich arbeite prozessorientiert und mit unterschiedlichen malerischen, grafischen und collagierenden Verfahren. Schichten entstehen, werden überlagert, verdeckt, wieder freigelegt oder verändert. Dabei interessiert mich das Wechselspiel zwischen bewusster Entscheidung und dem, was sich meiner Kontrolle entzieht: Materialien entwickeln eine eigene Dynamik, Zufälle eröffnen neue Möglichkeiten, Spuren früherer Bildzustände bleiben sichtbar. Ich reagiere auf das, was entsteht, greife ein, verwerfe, verdichte oder lasse stehen.

In diesem Prozess suche ich nicht nach Perfektion oder einer vorgegebenen Lösung. Mich interessiert vielmehr der Moment, in dem sich aus zunächst unabhängigen Formen, Farben, Linien und Strukturen eine eigene bildnerische Ordnung entwickelt – eine Ordnung, die Spannung erzeugt, ohne abgeschlossen zu wirken. Gestische Bewegung kann dabei auf ruhige Flächen treffen, organische Formen auf lineare Strukturen, transparente Schichten auf körperlich präsente Materialität.

Persönliche Erfahrungen und Emotionen fließen unbewusst in meine Arbeit ein. Sie werden jedoch nicht illustriert oder in eine bestimmte Bildaussage übersetzt. Meine Arbeiten erzählen keine vorgegebenen Geschichten. Sie bleiben offen für Wahrnehmungen, Erinnerungen und Assoziationen der Betrachtenden.

Sprache, Literatur und Musik begleiten meine künstlerische Arbeit, stehen aber nicht am Anfang des Malprozesses. Besonders Sprache kommt häufig erst später ins Spiel. Ein Titel kann aus einer Assoziation zum entstandenen Bild hervorgehen, etwas darin aufgreifen, verschieben oder ihm eine weitere Bedeutungsebene hinzufügen. Dabei soll er das Bild nicht erklären oder seine Lesart festlegen, sondern einen zusätzlichen Resonanzraum öffnen.

Vielleicht liegt genau darin, was mich am Malen immer wieder fasziniert: aus dem Unvorhersehbaren etwas entstehen zu lassen, das eine eigene Ordnung findet – und dennoch offen bleibt.